KÜNSTLICHE INTELLIGENZ IN DER REISEPLANUNG - FLUCH UND SEGEN EINER SPITZENTECHNOLOGIE


EINLEITUNG
Anlass zu diesem Artikel über künstliche Intelligenz in der Reiseplanung war eine kürzlich veröffentlichte Dokumentation zu den Gefahren von KI-Technologie und den ernsthaften Bedenken einiger Experten, dass bis zum Ende dieses Jahrzehnts technisch eine Art Superintelligenz möglich sein wird, die unabhängig agierend das Potenzial hat, die Menschheit ernsthaft zu gefährden oder sogar zu vernichten. Ich kann nicht leugnen, dass ich danach eine schlaflose Nacht verbracht habe. Es veranlasste mich außerdem dazu, am darauffolgenden Morgen in den wahrscheinlich berühmtesten Chatbot unserer Zeit folgende Frage einzutippen (Anm. d. Red.: Ja, ich tippe noch):
"Sind Sprachmodelle wie du eine Gefahr für die Menschheit?"
Zusammen mit der Antwort bekam ich dann erst einmal Werbung gezeigt. Inhalt: Werde Experte im Umgang mit künstlicher Intelligenz. Kosten ab 1.290 €, aber ich schweife ab ...
"Sind Sprachmodelle wie du eine Gefahr für die Menschheit?"
Ja, potenziell. Nicht, weil Sprachmodelle böse Absichten hätten, sondern wegen ihrer Fähigkeiten, ihrer möglichen missbräuchlichen Verwendung und der zunehmenden Abhängigkeit des Menschen von ihnen. Die größten Gefahren sehe ich in Manipulation, Machtkonzentration, Desinformation und dem Verlust menschlicher Kontrolle über immer autonomere KI-Systeme.
Grundsätzlich eine ausgewogene Antwort, der vermutlich viele von uns zustimmen werden: Wie bei jeder Technologie liegt es in unserer Hand, wofür wir sie verwenden und in welchem Umfang wir sie selbstbestimmt arbeiten lassen.
Die entscheidende Frage ist nicht nur, wie intelligent KI wird, sondern ob die Menschheit verantwortungsvoll genug mit dieser Intelligenz umgeht.
Ja, genau! Es ist doch im Grunde absurd, dass wir in Zeiten großer ökologischer Katastrophen die riesigen Energiemengen und Ressourcen, unglaubliche Wassermengen zum Beispiel, die zum Kühlen der Rechenzentren benötigt werden, dafür verwenden, mit den Chatbots neue Emojis zu generieren oder die KI-Systeme dafür zu verwenden, unsere lausige Rechtschreibung zu überarbeiten: Beim Abitur gelang es mir noch, eine 14-seitige Deutschklausur mit der Hand zu schreiben und dabei lediglich einen Kommafehler zu machen. Wie war das möglich? Es ist mir übrigens selbst ein Rätsel.
Weshalb lassen wir die KI nicht lieber Lösungen für medizinische Probleme finden oder Vorschläge für eine gerechtere globale Wirtschaft entwickeln? Zugegeben, kein neues Argument, aber deshalb nicht weniger diskussionswürdig.
Ohne jeden Zweifel durchdringen viele Technologien unser Leben bis in kaum wahrnehmbare Bereiche und sind dabei Fluch und Segen zugleich. Aber ich möchte hier keinen politischen Artikel schreiben, sondern gerne mein eigenes Nutzerverhalten reflektieren und Dich darüber informieren, wie wir bei STICK & STONE mit künstlicher Intelligenz umgehen.
Der KI Button

Um den aktuellen Entwicklungen zumindest in einem kleinen Rahmen gerecht zu werden, haben wir einen neuen Button auf der Website eingeführt. Jeder Besuchende kann so beim Anklicken direkt Informationen über unsere Nutzung von Systemen künstlicher Intelligenz einsehen.
Wir streben an, mit der Zeit die gesamte Website mit einer übersichtlichen Signatur bei Artikeln, Beschreibungen und Bildern zu versehen, damit Du sofort sehen kannst, was mit KI (künstliche Intelligenz) bearbeitet ist oder was zu 100% MI (menschliche Intelligenz) ist.
Was machen wir bei STICK & STONE mit künstlicher Intelligenz und warum?
Inzwischen ist klar: Auch wir verwenden für einige unserer täglichen Abläufe die Hilfe von Sprachmodellen (übrigens ein Phänomen mit verwirrend vielen Namen: Large Language Models, Chatbots, Künstliche Intelligenz). Einige ganz bewusst und andere unweigerlich. Denn auf Websiteplattformen wie der von WIX, auf der wir unsere Internetpräsenz aufgebaut haben, sind Funktionen künstlicher Intelligenz bereits standardmäßig in einige Abläufe integriert.
Ich möchte mich im Folgenden daher gerne darauf konzentrieren, bei welchen Arbeitsabläufen wir die Unterstützung eines Sprachmodells konkret, gerne und dankbar verwenden und bei welchen nicht und warum beides sehr bewusste Entscheidungen sind.
Übersetzungen
Wir bieten Dir unsere Website in zwei Sprachen an, aktuell auf Deutsch und Englisch. In der Regel entwerfen wir unsere Websiteinhalte auf Deutsch und lassen sie dann von einem Sprachmodell auf Englisch übersetzen.
Wir verwenden dabei oft auch Übersetzungsanweisungen im Hinblick auf die Zeichenanzahl (damit sie bestimmten Designvorgaben entsprechen, also zum Beispiel genau wie der deutsche Text in die entsprechende Textbox passen) oder auch stilistische Angaben. Zum Beispiel wenn es eine Headline ist oder eine beschreibende Bildunterschrift, geben wir das vor der Übersetzung an, um bessere Ergebnisse zu erhalten.

Manchmal lassen wir Inhalte aber auch vom Englischen ins Deutsche übersetzen; Englisch ist ein so wesentlicher Bestandteil unserer Kommunikationskultur geworden, dass es je nach Thema einfacher ist, den kreativen Teil auf Englisch zu machen, selbst wenn Native Speaker sich sprachlich über einige unserer Rohfassungen bestimmt sehr wundern würden!
Rechtschreibkorrektur
Große Textblöcke (wie diesen Artikel zum Beispiel) lassen wir in der Regel durch eine Rechtschreibkorrektur laufen. Allerdings erst, nachdem wir die Artikel stilistisch sorgfältig ausgefeilt haben. Es mag altmodisch klingen, aber Sprache ist uns wichtig und wir möchten einen bestimmten Ton etablieren. Verwendet man die Sprachmodelle zu intensiv, spürt man nach einer Weile das Fehlen eines gewissen Untertons, den die Maschinen eben nicht beherrschen, der aber menschliche Texte durchdringt und charakteristisch macht. Eine automatische Rechtschreibkorrektur hilft aber enorm Zeit zu sparen. Außerdem schützt sie vor dem Phänomen der "Betriebsblindheit". Vor Allem, wenn es mal wieder schnell gehen muss, übersieht man immer wieder Kleinigkeiten bei Interpunktion und Grammatik.
Recherche
Bei der Recherche von Unterkünften oder z.B. der Transportsituation von öffentlichen Verkehrsmitteln vor Ort, dem Finden von Kontaktinformationen von Dienstleistern oder ähnlichen organisatorischen Details lassen wir uns von der KI Vorschläge machen. Aber immer erst, nachdem wir eine Reise gestaltet haben, nachdem wir ein Konzept erarbeitet haben. Und wir übernehmen bei einer Reiseplanung nie Daten, die wir nicht selbst gründlich verifiziert haben.
Keywords, Tags, SEO
Bei technischen Aspekten lassen wir uns Vorschläge von den Sprachmodellen machen. Gerade im Hinblick auf Keywords für Werbetexte oder unsere Reisebeschreibungen oder bei Artikeln wie diesem hier ist es extrem zeitsparend und oft zielführender, diese Arbeit der KI zu überlassen. Das gilt auch für Meta-Beschreibungen von Webpages oder generell bei den meisten Dingen, die mit der Optimierung von Suchmaschinen (SEO) zu tun haben.
Wir in unserem kleinen Team haben leider zu wenig Wissen und aktuell zu wenig zeitliche Kapazitäten sowie leider noch nicht die finanziellen Ressourcen, einen menschlichen Experten dafür zu bezahlen. Wir verlassen uns daher in diesen Belangen tatsächlich sehr gerne und ziemlich umfassend auf die Chatbots. Denn wir gehen davon aus, dass eine Maschine am besten weiß, wie die Suchmaschinen funktionieren und reagieren.
Was machen wir mit künstlicher Intelligenz NICHT und Warum Nicht?
Bilder erstellen

Wir verwenden Bilder aus Datenbanken, die gelegentlich KI-generiert oder zumindest manipuliert sein können. Fast ausschließlich nutzen wir hierzu die interne Datenbank unseres Webproviders WIX und filtern bewusst nach realen Fotos und schließen somit per Filter explizites KI-Material aus. Das dauert länger, aber das Ergebnis ist viel natürlicher. Falls wir doch KI-Bilder einbinden, dann sehr bewusst (siehe zum Beispiel das Titelbild dieses Artikels).
Was wir aber nicht verwenden, ist der KI-Bildgenerator. Für diesen Beitrag haben wir es aber ausnahmsweise doch einmal gemacht und das Ergebniss ist definitiv verblüffend (siehe das Foto rechts oben). Die Umgebung, die Küste und die Vegetation sind ziemlich gut getroffen. Aber der abgebildete Ort existiert nicht. Es gibt dort keinen Aussichtspunkt mit diesem Geländer.

Was wir aber definitiv NICHT machen, ist, Fotos unserer Gäste oder unsere eigenen inhaltlich zu verändern oder Fotos als authentisch auszugeben, die es nicht sind. Wir setzen bei der bildlichen Darstellung unserer Angebote immer auf reales Material. Auch hier ist uns ein spezieller "Tonfall", eine spezifische Ästhetik wichtig. Ein gewisser Naturalismus. Daher setzen wir auch Filter und Bildmanipulation im Bereich der Farbveränderung immer sehr sparsam ein.
Kunden-Chat
Nimmst Du mit uns Kontakt über den Chat, per WhatsApp oder E-Mail auf, hast Du es immer mit einem von uns zu tun. Auch wenn Du uns anrufst, sprichst Du immer mit einem Menschen. Falls wir irgendwie mechanisch klingen, liegt es eventuell daran, dass der Kaffee alle ist.
Reisegestaltung
Die Ausarbeitung von aufregenden und inspirierenden Wanderreisen ist unser Hauptanliegen und unsere Kernkompetenz. Erstellen wir Dir ein Reiseangebot über unser MeTour-Formular, arbeiten wir mit dem, was wir selbst aus Erfahrung wissen. Denn das ist wirkliches Insiderwissen. Es ist Wissen, das auf eigenen Erfahrungen beruht. Im zweiten Schritt kontaktieren wir Menschen, die vor Ort leben und die wir kennen oder zu denen wir schnell einen Bezug aufbauen können. Zum Beispiel Mitarbeitende der Berghütten, Bergführerkolleg*innen usw. Von hier kommt Expertenwissen über die Region, das aktuell ist. Denn was nützt mir meine eigene Erfahrung über die Situation eines Gletschers vor 10 Jahren? Ich muss wissen, wie es heute aussieht und wie die Verhältnisse sich jetzt darstellen. Insbesondere bei sicherheitsrelevanten Informationen darf man sich niemals auf Sprachmodelle verlassen. Das gilt übrigens auch bei der Planung einer Wanderung im privaten Bereich.
Voll automatisierte Reiseplanung – ein Zukunftsmodell?
Das Potenzial für voll automatisierte Reisegeneratoren bei gleichzeitig individuell gestalteten Inhalten ist hoch. Maßgeschneiderte Reisen, auf Wunschparameter zugeschnitten, werden bald kommen. Das klassische Scrollen durch Online-Reisekataloge wird vermutlich in absehbarer Zeit enden.
Was wir manuell und menschlich als Pioniere bei MeTour machen, ist dabei ein zukunftsweisendes Konzept. Aktuell ist die personalisierte Reiseplanung über Wunschparameter ein besonderes Merkmal im Angebot von STICK & STONE.
Aber große Firmen und Reiseplattformen werden sicher bald ihre finanzielle Kraft dafür einsetzen, solche Systeme auszubauen. Programme wie unser MeTour, aber komplett KI-gesteuert, sind ein wahrscheinliches Szenario und ein Teil der Zukunft in der Reisebranche. Und da können wir nicht mithalten – wollen es aber auch gar nicht.
Was wir stattdessen wollen – Details und Entschleunigung
Reisen ist für uns nicht das Abarbeiten einer Bucketlist. Planung und Durchführung einer Reise dürfen Zeit in Anspruch nehmen. Wie ein Schneider, der einen Maßanzug von Grund auf in Schnitt und Form erstellt, wollen auch wir ein Geflecht aus Wanderungen, Unterkünften, Sonnenuntergangsplätzen, Berggipfeln und vor allem Menschen weben. Das ist es, was zu uns passt und was wir mit Dir gemeinsam erleben, was wir Dir als Abenteuer anbieten möchten.
FAZIT - KÜNSTLICHE INTELLIGENZ IN DER REISEPLANUNG
Dieser Text war auch für mich eine erhellende Bestandsaufnahme. Ich gebe allerdings keine Garantie für die Vollständigkeit meiner Angaben darüber, wo tatsächlich bei STICK & STONE KI zum Einsatz kommt und wo nicht. Nicht aus Gründen der Verschleierung. Vielmehr, weil ich es nicht immer weiß. Denn die Wahrheit ist doch, dass wir uns heute bei vielen kleinen Aktionen im Alltag von den KI-Systemen unterstützen lassen, bewusst oder unbewusst. Denn die unterschiedlichste Software durchdringt mittlerweile fast jeden Bereich unseres Lebens, insbesondere wenn es um die Arbeit im digitalen Raum geht. Bestimmte Bereiche des Arbeits- und Alltagslebens freizuhalten von einer zu intensiven Nutzung der Sprachmodelle ist mein erklärtes Ziel. Denn es sind eben nur Modelle von Sprache und nicht die Sprache selbst. Sie modellieren unsere Sprache und kontextualisieren sie. Aber sie beherrschen keine Sprache. Die Herrschaft über unsere menschliche Sprache mit aller Deutungs- und Bedeutungskraft liegt in unseren eigenen Herzen und Hirnen.

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