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OVERTOURISM AUF GRAN CANARIA - WARUM GEFÜHRTE WANDERUNGEN DIE BESSERE WAHL UND TEIL DER LÖSUNG SIND

  • Autorenbild: Benjamin Doppscher
    Benjamin Doppscher
  • 9. Apr.
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 24. Apr.

Prima Klima trotz Kalima? Wenn Wandern auf Gran Canaria zur Herausforderung wird

Es ist Donnerstag, 14:30 Uhr auf Gran Canaria. Seit gestern liegt eine dichte Kalima-Wolke über der Insel – ein Wetterphänomen, das in den letzten Jahren immer häufiger und intensiver auftritt.

Mit dem Saharastaub kommt eine drückende Hitze, die eine Wanderung im Inselinneren – etwa rund um den Roque Nublo oder den Pico de las Nieves – schnell zur Belastungsprobe macht. Besonders am Nachmittag steigen die Temperaturen spürbar und häufig extrem an.


Trotzdem: Die Wanderung zum Roque Nublo gehört weiterhin zu den beliebtesten Aktivitäten auf Gran Canaria. Täglich zieht es hunderte Besuchende zum berühmten Wahrzeichen der Insel, selbst bei ungünstigsten Bedingungen.

Regulierung am Roque Nublo: Ein Schritt gegen Overtourism


Die Behörden haben reagiert: Der Zugang zum Roque Nublo über den beliebten Startpunkt La Goleta wurde eingeschränkt. Heute erfolgt die Anreise meist per Shuttlebus – eine gute Maßnahme, die das Verkehrschaos rund um Ayacata und Llanos de la Pez deutlich reduziert hat.

Das Ergebnis:

  • weniger Falschparker

  • mehr Sicherheit auf den Bergstraßen

  • besserer Schutz der Natur

Doch das Problem ist nicht verschwunden – es hat sich verlagert.


Die Herausforderung der Selbstüberschätzung


Während der direkte Zugang reguliert ist, bleiben alternative Routen – etwa die Wanderung von La Culata zum Roque Nublo – weiterhin frei zugänglich. Und das ist auch gut so!

Aber diese längeren Touren (ca. 2 Stunden Aufstieg) ziehen zunehmend unerfahrene Wanderer an, die die Anstrengungen der tagesfüllenden Wanderung oft unterschätzen und sich selbst überschätzen.

Mikroklima auf Gran Canaria: ein Phänomen mit vielen Gesichtern

Das Mikroklima auf den Kanaren sorgt oft innerhalb weniger Stunden für drastische Wetterumschwünge. Während man bei blauem Himmel startet, kann man hinter dem nächsten Bergrücken bereits im Nebel stehen.


Wandergruppe bei Kalima
FFP2 Maske oder Halstuch - beides schützt bei Kalima gegen Staub und Wind.

In den langen Tälern im Süden trifft man hingegen – besonders am Nachmittag – häufig auf intensive Hitze - schattenspendende Palmen sind dort selten.

Zwei Liter Wasser pro Person, passende Kleidung und gute Planung sind daher essenziell. Eine Wetter-App allein reicht nicht aus – vorausschauendes Packen des Tagesrucksacks ist entscheidend.

Geführte Wanderungen vs. Komoot & Co.

Digitale Tools wie Komoot helfen bei der Routenplanung – aber sie ersetzen keine Ortskenntnis. Geführte Wanderungen, vor allem individual Touren in Kleingruppen, bieten entscheidende Vorteile:

  • Lokale Guides kennen versteckte Aussichtspunkte rund um den Roque Nublo

  • Sie wählen die besten Fotospots – oft fernab der Hauptwege

  • Sie beurteilen Wetter, Wind und Sicht realistisch

  • Kleingruppen helfen Nachhaltiger unterwegs zu sein

Und vor allem: Nicht jeder Tag ist ideal für eine Wanderung im Inselzentrum. Warum die weite, kurvenreiche Fahrt ins Zentrum der Insel auf sich nehmen, wenn man wegen eines Sandsturms nichts sieht?

Die besten Alternativen bei schlechter Sicht

Erfahrene Guides weichen gezielt auf weniger bekannte Regionen aus, an denen man dem Massentourismus entgehen kann. Lohnende Ziele an Tagen mit starkem Kalima können zum Beispiel sein:

  • Barranco de Moya

  • Barranco de Azuaje

  • Pino Santo

Diese Gebiete sind oft grüner, ruhiger und bieten ein völlig anderes Wandererlebnis als die klassischen Hotspots wie der Pico de las Nieves oder die Wanderwege rund um Llanos de la Pez.


Wandertourismus auf Gran Canaria: Chance und Risiko zugleich

Blogartikel wie „Top 5 Sehenswürdigkeiten auf Gran Canaria“ oder „HiddenGems“ liefern Inspiration, tragen aber gleichzeitig auch zur Überlastung einzelner Orte bei.

Pflanze im Naturpark Tamadaba
Chance & Risiko zugleich: das zarte Pflänzchen des Wandertourismus

Der Wandertourismus auf Gran Canaria steckt in einer sensiblen Entwicklungsphase. Die Insel hat jetzt die Chance, aus den Fehlern des klassischen Massentourismus der Vergangenheit zu lernen.

Sowohl Guides als auch Besuchende, wir alle können etwas dazu beitragen. Achten wir gemeinsam auf die zarte Pflanze des Wandertourismus, damit sie nicht schon zu Beginn ihres Lebens entweder zerquetscht oder zum Unkraut wird.


Geführte Wanderungen in Kleingruppen als Lösung gegen Overtourism

Geführte, individuell gestaltette Tageswanderungen auf Gran Canaria leisten einen aktiven Beitrag zur Entlastung überlaufener Orte.

Warum?

Lokale Guides:

  • verteilen Besucherströme gezielt

  • kennen alternative Routen zu touristischen Hotspots wie Roque Nublo, Pico de las Nieves oder Tejeda

  • integrieren weniger bekannte Regionen in ihre Touren

Das Ergebnis: ein nachhaltigerer Tourismus, der die Natur respektiert und die lokale Community unterstützt. Denn neben ökologischer spielt auch soziale Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Der Wandertourismus hat das Potenzial, abgelegene und strukturschwache Regionen der Insel lebendig zu halten. Viele Beispiele zeigen bereits, dass einst aufgegebene Dörfer und Regionen auf Gran Canaria durch naturnahen Tourismus neue Perspektiven erhalten können.

Werden wir Teil der Lösung

Lassen wir dem Roque Nublo daher einmal seinen Frieden und brechen wir auf zu neuen und unbekannten Horizonten unter der weißen Decke des kanarischen Wolkenmeeres. Danke 🙏🏽

  • Entdecke versteckte Orte abseits der Touristenmassen

  • Profitiere von lokalem Wissen und Insider-Tipps

  • Mehr Sicherheit durch erfahrene Guides

  • Optimale Routenwahl je nach Wetter (z. B. Kalima)

  • Kein Planungsstress – einfach genießen

  • Nachhaltiger reisen und Overtourism reduzieren

  • Die schönsten Fotospots in der Nähe des Roque Nublo entdecken

FAQ – Geführte Wanderungen auf Gran Canaria


Lohnt sich eine geführte Wanderung auf Gran Canaria?

Ja, besonders im Inselinneren. Lokale Guides kennen Wetter, Routen und versteckte Highlights deutlich besser als Apps.

Ist die Wanderung zum Roque Nublo schwierig?

Der kurze Weg von La Goleta ist leicht. Längere Routen, z. B. von La Culata, sind deutlich anspruchsvoller und erfordern Vorbereitung.

Wann ist die beste Zeit zum Wandern auf Gran Canaria?

In den Sommermonaten (Juni – September) empfiehlt sich Wandern früh am Morgen, um Hitze zu vermeiden. Im Winterhalbjahr sind Wanderungen auf Gran Canaria grundsätzlich ganztägig möglich.

Unabhängig von der Jahreszeit sollte man jedoch immer auf schnelle Wetterumschwünge vorbereitet sein und Touren mit ausreichender Zeitreserve planen.

Wie beeinflusst Kalima das Wandern?

Kalima bringt Hitze, schlechte Sicht und trockene Luft. Besonders im Sommer steigt die Brandgefahr, wodurch Wege gesperrt werden können.

Geführte Wanderungen auf Gran Canaria helfen, Risiken besser einzuschätzen und sichere Routen zu wählen.

Welche Alternativen gibt es zum Roque Nublo?

Zum Beispiel Wanderungen rund um Pico de las Nieves, in der Caldera de Bandama oder im grünen Norden der Insel.



1 Kommentar

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Thomas Müller
10. Apr.
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Danke Benjamin für diesen wertvollen Betrag. Ausserhalb meiner Lebenszone mache seit Jahren nur noch geführte Wanderungen. Dabei erlebte ich tolle Guides wie Dich und erfuhr ein Gruppenerlebnis, das meistens sehr gut ist.

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